Das Königreich Jordanien

Wie sich das Leben im Orient gestaltet

Man sagt, wer Jordanien kennen lernen will, der sollte den Spuren der Beduinen durch die Wüste folgen. Faszinierende Wüsten- und Berglandschaften, das Tote Meer, kostbare historische und kulturelle Schätze. Mitten im Orient liegt das Königreich Jordanien, mit Grenzen zu Israel im Westen, Syrien im Norden, Irak im Osten und Saudi-Arabien im Süden.

Trotz der geopolitischen Position wird Jordanien heute als „Oase der Stabilität“ gesehen. Über 30 Jahre Frieden haben auch den Tourismus gesteigert. Aus aller Welt kommen Pilger nach Jordanien, um im Toten Meer baden zu gehen, den Spuren von Jesus und Moses zu folgen, oder Schätze wie die Felsenstadt Petra und die Ruinen von Gerasa zu betrachten. Doch trotz Stabilität hat die wirtschaftliche Entwicklung nicht immer Schritt gehalten, insbesondere zu Lasten der jordanischen Frauen. Gleichberechtigung ist in weiter Ferne und ein straffes Patriarchat herrscht im Lande. Wo steht Jordanien heute und wie kann die Zukunft aussehen?

Jordanische Flagge
Die Jordanische Flagge vor der Felsenstadt Petra

Wirtschaftliche und politische Situation

Politisch zeichnet sich Jordanien – im arabischen Vergleich – durch Stabilität und eine zum Westen orientierte Außenpolitik aus. Wirtschaftlich hingegen ist es seit Jahrzehnten im weltweiten Mittelfeld und kämpft mit verschiedenen strukturellen Herausforderungen. Die Arbeitslosigkeit ist mit fast 20% ebenso hoch wie die Analphabetenrate. Insbesondere Frauen kämpfen mit mangelndem Zugang zu Bildung. Mit einem pro Kopf BIP von $12.500 ist es somit noch ein weiter Weg zu einem westlichen Standard.

„Die Analphabetenrate unter jordanischen Frauen ist mit 14% eine der höchsten weltweit“

Doch die Bevölkerung ist mit einem Durchschnittsalter von knapp 23 Jahren äußerst jung und ambitioniert. Die Großstädte Amman, Zarqa und Irbid sind mit Leben gefüllt und man spürt bei einem Besuch einen Hauch von Aufbruchsstimmung. Dies führt auch zu einer starken Urbanisierung, weshalb mehr als zwei Drittel der Bevölkerung in Städten wohnen.

Jordanien Karte
Karte Jordaniens mit Amman als Hauptstadt

Die Rolle der Frau: Ein weiter Weg zur Gleichberechtigung

Trotz dieser Möglichkeiten ist die Rolle der Frau in Jordanien noch kritisch zu beäugen. Ein geringes Einkommen, eine schlechte Bildungsquote und ein Rollenverständnis, das von Gleichstellung weit entfernt ist. Nicht nur in der Statistik gibt es starke Diskrepanzen. Wer durch Jordanien reist, wird in Tourismusgruppen meist von Männern empfangen, begleitet und unterhalten. Und selbst wenn es an einer Stätte zu einem Austausch kommen sollte, so ist ein Mann – der Onkel, Bruder oder Ehemann – meist nicht weit entfernt.

Ein Blick in die Zukunft

Die „Oase der Stabilität“ besitzt viele Schätze, muss aber auch Hürden überkommen. Eigenständigkeit, Gleichberechtigung und vor allem das Schaffen von nachhaltigen Strukturen ist für junge Frauen in Jordanien kritisch. Es ist wichtig, dass durch Initiativen wie AMAL das Fundament gelegt wird, um nicht nur zuzuschauen, sondern aktiv zu helfen und das gemeinsame Wohl voranzutreiben.

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